2001

Wandel durch die Nacht

Maria Iselin-Löffler

Hunderte wandelten durch die Riehener Museen, die mit einem attraktiven Programm aufwarteten Begeisterung zur Geisterstunde.
 
Bei Nieselregen drängten am Abend des 19. Januar 2001 Hunderte von begeisterten jungen und alten Besucherinnen und Besuchern in die drei Museen auf Riehener Boden: Fondation Beyeler, Spielzeugmuseum, Dorf- und Rebbaumuseum und Sammlung Friedhof Hörnli. Anlass war die Museumsnacht des Kantons Basel-Stadt, eine regionale Premiere. 23 Museen beteiligten sich daran und lockten über 36 000 Besucherinnen und Besucher in ihre Häuser.

Der Weg durch die Museumsnacht in Riehen führte von der atmosphärisch aussergewöhnlichen Sammlung Friedhof Hörnli in die auch bei Nacht wunderbare Fondation Beyeler, wo als Sonderprogramm ein surreal-clowneskes Drama von Pablo Picasso aus dem Jahre 1941 aufgeführt wurde, und dann zum Spielzeugmuseum, Dorf- und Rebbaumuseum, das sich, mit einer Lichtinstallation der Riehener Künstlerin Ildiko Csapo ausgestattet, schon von weitem geheimnisvoll präsentierte.

Dort folgte der zweite Teil dieser Nacht, eine Stimmung wie Weihnachten und Silvester zusammen: ungeduldig von einem Bein auf das andere hüpfende Kinder, die gespannt auf die Preisverleihung des Wettbewerbs warteten, ein Gedränge an der Kasse wie im Abendverkauf, Stimmengewirr - Baseldeutsch, Hochdeutsch, Englisch. Entdeckerlaune beflügelte die Besucherinnen und Besucher, alle Räume des Museums wurden erforscht.

Das Projekt Museumsnacht hat gezeigt, dass die Museen im Aufbruch sind, um einen neuen Zugang zum Publikum zu finden, auch in Riehen. Die Museumsnacht 2001 war ein sinnliches und besinnliches Erlebnis, eine fröhliche Nacht, eine Nacht der Begegnungen.

Szenen einer Nacht Im zur Festbeiz umfunktionierten Gartensaal des Museums wurde die Aufmerksamkeit durch szenische Lesungen mit musikalischer Begleitung gefesselt. Konservator Bernhard Graf hatte der Autorenwerkstatt am Theater Basel den Auftrag erteilt, Texte zu Gegenständen aus den Sammlungen des Dorf- und Rebbaumuseums zu verfassen. Diese wurden unter der Dramaturgie von Barbara Tacchini von Schauspielern des Theaters Basel vorgetragen. Damit das Spielzeugmuseum, Dorf- und Rebbaumuseum seinem Auftrag der kulturellen Identitätsstiftung gerecht werden und die ihm entsprechende Ausstrahlung erzielen kann, braucht es den Austausch mit verwandten Kulturträgern.

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