1993

Die Riehener Jugend spielt Theater

Yvonne Reck Schöni

Es wuselt und huscht hinter Kisten und Schachteln. Es tuschelt, wispert und kichert verhalten. Fast platzen sie vor Aufregung, spüren tausend Schmetterlinge in der Magengegend umherschwirren. Oder auch Mäuschen. Was da nämlich hinter Kulissen und Requisiten zappelig und nervös auf den Beginn der Vorstellung wartet, sind fast vierzig Katzen, allerliebst geschminkt, mit zarten Schnauzhärchen, rosa Näschen, gefährlich lauernden Katzenaugen, hellen Flecken oder dunklen Streifen... Tusch! Die ersten Takte Musik. Ganz still ist es geworden, hinter der Bühne gleichermassen wie im Saal der Musikschule Riehen. Und schon kommen sie vorwitzig aus allen Löchern und Nischen, steigen, klettern, schlüpfen heraus aus ihren Verstecken. Katzen, nichts als Katzen. Selbst ohne jegliche Kostümierung hätte jeder und jede im Publikum gemerkt, um welche Tiere es sich hier zweifelsohne handelt. So schleichen und streichen, strecken und lecken sich eben nur Miezen. Oder Kinder, die den Katzen sehr genau zugeschaut haben.

Die Mädchen und Buben vom Singkreis Erlensträsschen geben «Cats». Die Grundkurslehrerin Sabine Freuler hat auch dieses Jahr mit den ihr anvertrauten Dritt- und Viertklässlern mit grossem Aufwand und noch grösserer Begeisterung ein Stück auf die Bühne gebracht, von dem die Beteiligten noch lange erzählen werden. Dafür hat die Musiklehrerin das Originalstück «Cats» ein bisschen umgeschrieben, die Lieder ein wenig vereinfacht, die Geschichte aber im Grunde unverändert belassen, «denn», so findet sie, «das Thema eignet sich ja ausgezeichnet für Kinder». Der Besuch des Singkreises ist freiwillig, und damit natürlich auch die Teilnahme an der bald schon traditionellen jährlichen Aufführung. Nicht zuletzt dieser Anlass ist aber schuld daran, dass sich alle Jahre wieder so viele Kinder für den Singkreis anmelden. Denn die attraktiven Stücke, die sich jeweils alle Klassen des Schulhauses ansehen dürfen, sind beste Reklame für den nächsten Kurs. Allerdings: Mit dem Singen von fetzigen Songs, mit Schminken, Kostümieren und Requisiten-Basteln allein ist es längst nicht getan. Zum Theaterspielen gehören neben dem Auswendiglernen auch strenge, disziplinierte Proben, gegen Schluss hin mehrmals die Woche. Zum Beispiel an einem warmen, sonnigen Samstagnachmittag, wo Primarschulkindern auch noch etwas anderes einfallen würde, als in einem verdunkelten Bühnenraum zu hocken und zum x-ten Mal das gleiche Lied zu üben, auf genauen Einsatz zu achten, sich den Ablauf einzuprägen. Aber «nein, die Proberei langweilt mich nicht», versichert mir lachend eine Viertklässlerin während der Pause, «am liebsten würde ich immer im Singkreis bleiben».

Kids und Klassik: Versöhnung mit Goethe
Nun - die Chancen, dass die sing- und theaterbegeisterte Schülerin wieder einmal zum «Theäterle» kommt, stehen gut. Niemand hat je gezählt, wieviele Kinder- und Jugendaufführungen in Riehen jedes Jahr einstudiert werden. Eine Liste aller Vorführungen, vom allerliebsten Rollenspiel der Kindergartenkinder übers fetzige Rockmusical bis hin zum klassischen Literaturstück, wäre beachtlich. Der Klassik hat sich die Klasse 7r des Gymnasiums Bäumlihof verschrieben. «Auf eigene Faust», so der Titel ihres Stücks, inszenierten sie Johann Wolfgang Goethes «Urfaust». Wie, so ist man geneigt zu fragen, kommen 18jährige Jugendliche auf die Idee, sich ausgerechnet dieser Tragödie voller hintergründiger Symbolik anzunehmen, von Goethe vor über 200 Jahren geschrieben in einer dichterischen Sprache, die nichts, aber rein gar nichts mit dem «turbogeilen Slang» heutiger Kids zu tun hat? Um ehrlich zu sein - es war selbstverständlich nicht ihr Einfall.

Klar war der 7r zunächst nur, dass sie, wie es in den siebten Klassen des Gymnasiums Bäumlihof seit bald 25 Jahren Tradition ist, eine Theateraufführung auf die Beine stellen wollte. Denn auf diese Weise pflegt man sich an dieser Schule - die aus naheliegenden Gründen zum gros sen Teil von Riehener Jungen und Mädchen besucht wird - die Maturreise zu finanzieren. Es musste also Geld her, und damit auch ein Stück. Die Suche nach letzterem gestaltete sich indes schwierig. Hoffnungsvoll wandte sich die Klasse an ihren Deutschlehrer Luigi Bier. Die Begeisterung über dessen Vorschlag, sich Goethes «Faust» anzunehmen, hielt sich - wen wundert's - in Grenzen. Vielleicht, so hofften die Schülerinnen und Schüler, kann man das Stück ja umschreiben in die heutige Sprache, ein paar lockere Elemente einflechten, es wurde gar an eine Parodie gedacht.

Der Versuch scheiterte, die Urfassung wurde lediglich etwas gekämmt. Aber mit der vertieften Auseinandersetzung wuchs die Freude am Klassiker «Faust». Zur Freude auch des Lehrers, denn «die Schule», so seine pädagogische Zielsetzung, «ist eine kulturelle Anstalt und muss Kultur weitergeben. Wer denn sonst?» Des Gymnasiallehrers eher konservative Einstellung zum Schülertheater prägte die Probenarbeit. «Theater hat nichts mit Demokratie zu tun», so sein Credo. Entsprechend straff und diszipliniert verliefen die Proben. Bei den Regieanweisungen herrschte Stille, und auch Co-Regisseur Tonino Castiglione, bekannter Cantautore und Komponist, genoss beim Einstudieren der Gesangsstücke in der Regel die volle Aufmerksamkeit. Das disziplinierte Arbeiten und der grosse Freizeitaufwand, der von Schüler- wie von Lehrerseite aufgebracht wurde, zahlte sich aus. Und dies im doppelten Sinn: Das zahlreiche Premierenpublikum war begeistert, die zweite Aufführung verzeichnete «volles Haus», die Maturreise war gesichert.

Soweit die 7r. Auch ihnen wird, wie den «Cats»-Kindern, ihr Schülertheater unvergessen bleiben, wenn auch in anderem Sinn. Für die Zuschauenden unsichtbar bleibt das vielleicht Wesentlichste, was eine gemeinsame Aufführung ausmacht: der grosse soziale Wert. Was da während eines halben oder auch ganzen Jahres an Emotionen eingebracht, Konflikten ausgetragen, Frustrationen weggesteckt, Freude und übermut ausgelebt wird, diese für die gesellschaftliche Entwicklung so wichtige Erfahrung müsste eigentlich jeder junge Mensch mindestens einmal im Leben machen dürfen. Vor diesem Hintergrund wird das Vermitteln von Kultur zur Nebensache. Der Wert des Kinder- oder Jugendtheaters liegt in erster Linie im Erarbeiten, im Prozess.

Höhen und Tiefen des Theaterspielens
Nicht zuletzt aufgrund eigener positiver Erinnerungen machte sich Hanspeter Rickli daran, mit seiner KEMUKlasse, einer dritten Realklasse mit erweitertem Musikunterricht, ein Theater auf die Bühne zu bringen - und ein bisschen auch, weil es sich bei der KEMU-Klasse um einen Pionierversuch handelt, von dem die öffentlichkeit überzeugt werden soll. Zunächst hatten die Buben und Mädchen dieser Klasse lediglich den Wunsch, ihre einstudierten Lieder einmal einem breiteren Publikum vorzutragen. Dann aber tauchte die Frage auf: «Warum nicht gleich ein Theater?» Ein bereits vorhandenes Stück kam nicht in Frage, weil es ja das vorhandene Liedgut einzufügen galt. In einer Lagerwoche entstand die Idee, ein «musikalisiertes Theaterstück», also eigentlich ein Musical, selber zu schreiben. Das Thema: Zeit. In Gruppen wurden Alltagsszenen entwickelt, in denen die Zeit eine Rolle spielt - und wo spielt sie das nicht? Hanspeter RickIi war es dann, der den unzusammenhängenden Geschichten einen Rahmen gab und die Musikstücke plazierte. Von Vivaldi bis Rap, vom Schneewalzer bis zum Rock 'n' Roll reichte das Spektrum.

Mit dem so entstandenen «Regiebuch» ging's erst richtig los. Grössere Konflikte tauchten bereits bei der Rollenverteilung auf, und auch später sollte die Klasse alle Höhen und Tiefen des Theaterspielens noch kennenlernen. Ein halbes Jahr nach dem Lager, in dem das Theater «geboren» wurde, fand während einer Projektwoche die erste harte Bühnenarbeit statt. Eine Arbeit, die sich auch im Werkunterricht fortsetzte, wo monatelang an Requisiten und Kulissen gewerkt wurde. Irgendwann hatten einige die Nase vom Theater voll. Wenige Wochen vor dem geplanten Aufführungstermin diskutierte die Klasse ernsthaft, ob sie den Bettel hinwerfen solle. Der Ehrgeiz obsiegte schliesslich, die Buben und Mädchen überwanden die Krise. Zum Glück - denn so kamen wenige Tage vor den Sommerferien die Angehörigen der KEMU-Klasse sowie weitere Riehener Schulklassen in den Genuss eines erfrischenden, kurzweiligen Stücks, in dem so unter schiedliche Themen wie Computer, Kosmetik oder der Vortrag von Professor Dr. R. Füglister über die Philosophie der Zeit als solche Platz hatten.

Elementares Theaterspielen in Kinderkursen
Nicht zwingend muss «Theäterle» mit derart enormem zeitlichem und technischem Aufwand betrieben werden. Das zeigt Esther Tobler mit ihrem Kinder-Theaterkurs, den sie seit Anfang 1993 leitet. Dieser Kurs wurde 1987 von der Kommission «Theater in Riehen» des Verkehrsvereins ins Leben gerufen. Parallel dazu gab es zeitweise auch einen Theaterkurs für Jugendliche. Dieser läuft momentan mangels Nachfrage nicht in Form wöchentlicher Kursstunden - was nicht heisst, dass die Riehener Jugend «null Bock» auf Theater hat. Aber davon später.

In den Kinderkursen von Esther Tobler, einst Kindergärtnerin und Absolventin einer Schauspielschule, ist der theaterpädagogische Ansatz unübersehbar. Was schliesslich auf die Bühne kommt, ist zunächst so offen wie unwichtig. Esther Tobler arbeitet darauf hin, dass die Kinder aus ihrer Haut schlüpfen lernen, in einem geschützten Raum eine andere Rolle übernehmen und somit vieles verarbeiten können. Im Zentrum ihrer Theaterarbeit steht die Bewegung. So beginnen denn die Theaterstunden in der Regel mit einem Bewegungs- und Reaktionsspiel, zur Auflockerung und zum gleichzeitigen Erreichen der nötigen Konzentration. Sprechspiele knüpfen an, und schon da wird Wert auf deutliches Artikulieren gelegt. Beim Erfinden von Fantasiewörtern, etwa was alles in eine Hexensuppe gehört, gibt es keine falschen Lösungen. Jede Antwort ist gut, aber sie muss kommen - so das Motto, durch welches eine angstfreie, fröhliche Atmosphäre entsteht. Ohne die Spontaneität der Kinder wäre in den anderthalb Stunden, die Esther Tobler pro Woche zur Verfügung stehen, auch kaum etwas zu erreichen. So aber gelingt es den Acht- bis Dreizehnjährigen zum Beispiel, anhand einiger Stichworte innerhalb von zehn Minuten paarweise eine Szene zu erfinden, um sie hernach den anderen vorzuspielen. Der kleine Bühnenraum im Keller des «Hauses der Vereine» eignet sich dafür hervorragend. Auf jedes Detail wird dann beim Darstellen der improvisierten Szenen geachtet. Auch wenn kein einziges Requisit auf der Bühne steht durch den einmal erwähnten Gartenhag kann man später nicht einfach hindurchgehen. Kritisiert werden die Kinder kaum, bloss immer wieder angeregt, die Szene nochmals zu spielen, aber diesmal so. Und das nächste Mal dann so. Für die Kinder bleibt alles ein Spiel, ihre Vorschläge werden meist sofort aufgenommen. Sie merken nicht, dass die Theaterpädagogin ein klares Konzept und die Stunde bestens vorbereitet hat.

In der Regel wird etwa nach einem halben Kursjahr den Eltern ein einstudiertes Rollenspiel vorgeführt. Gemäss dem Wunsch der Kinder war's im letzten Juni ein Stück über Hexen - selbst erfunden, versteht sich. übrigens: Die Mädchen waren im Kurs unter sich, Buben hatten sich keine angemeldet. «Das ist typisch», sagt dazu Esther Tobler. «In Theatergruppen befinden sich immer mehr Frauen oder eben Mädchen. Das liegt wohl daran, dass sie dem Körperlichen, dem Emotionalen näher stehen.»

Sommerproduktion geht neue Wege
Ohne junge Männer freilich hätte das Stück «Arlecchin und Julia» kaum inszeniert werden können. Dieses Jugendmusical ist vergangenen Sommer rund ein Dutzend mal im Hof der Musikschule aufgeführt worden als die traditionelle Sommerproduktion von «Theater in Riehen», die in den vergangenen Jahren jeweils unter der ägide von Helmut Förnbacher im Sarasinpark oder im Wenkenpark stattfand. Produzent der diesjährigen Aufführung, die weit über eine herkömmliche Schüleraufführung hinausreichte, war der neue Präsident des Riehener Verkehrsvereins Jürg Hätz. Ihm schwebt vor, künftig vermehrt Produktionen «aus eigenem Boden» zu fördern, statt fixfertige Profitheater einzukaufen.

Die aufmerksame Leserschaft der Riehener-Zeitung erinnert sich vielleicht: Vor Jahresfrist wurden per Inserat Jugendliche gesucht, die an der Aufführung eines Musicals interessiert sind. Etwa 30 meldeten sich, kamen zum Vorsingen oder Vorspielen. Alle, die wollten, konnten in irgendeiner Form mitmachen, wenn sich auch nicht jede Stimme für eine Einzelrolle eignete. Regie führte Berna dette Schnyder, Lehrerin am Humanistischen Gymnasium; die musikalische Leitung übernahm der am Freien Gymnasium wirkende Musiklehrer Lorenz Tobler. Von Berufs wegen «an der Quelle» konnten sie die Theater- respektive Orchestercrew auf die nötige Mitgliederzahl von über 40 erhöhen. Mit viel Begeisterung und Durchhaltevermögen stürzten sie sich in die Arbeit; die Probenarbeit war aufwendig und anstrengend und die Jugendlichen nicht immer einfach zu motivieren. Und doch schafften die beiden genau das immer wieder, wie ein Augenschein während einer Probe zeigte. Mit humorvollen Sprüchen fanden sie den Ton, der die Atmosphäre stets lockerte. So hiess es etwa beim Proben der «Schlemmerkantate»: «Was ihr singt, tönt nach Rosenkohl. Denkt jetzt an Schoggicreme!» «Besonders schwierig ist das Ansetzen von Probeterminen», klagte damals Bernadette Schnyder. Das sei jedesmal ein Balanceakt, denn die Freizeit der Jungen ist zum grossen Teil mit fixen Terminen verplant. Die beiden Lagerwochen in den Sommerferien dienten dem letzten Schliff, bevor Anfang August das Spektakel begann.

Das vom deutschen Musiklehrer Martin Keeser komponierte Stück «Arlecchin und Julia» ist exakt auf die Fähigkeiten von Jugendlichen zugeschnitten. Zwei Orchester, ein klassisches und ein modernes, umspannen die Handlung, die im 17. Jahrhundert an einem Fürstenhof beginnt und im ausgehenden 20. Jahrhundert zwischen Blechtonnen und Graffitiwänden endet. Den Sprung über die Zeiten ermöglicht der Zauber einer Hexe. Da wechseln sich Komik und Nachdenklichkeit, Tumult und Stille, Rhythmik und Melodik in bunter Folge ab, wie selbstverständlich folgt Rap dem Menuett, werden Samthosen zu Jeans.

Das Premierenpublikum reagierte denn auch begeistert. Das sprach sich herum, und es waren längst nicht nur Eltern, Göttis und Grossmütter, die sich die jungen Akteure in dem fetzigen Musical ansehen und -hören wollten. Das Risiko, das die Gemeinde Riehen mit dieser neuen Form von Sommerproduktion eingegangen war, hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Ambitionierte Jugendliche produzieren «The Wiz»
Dass auch Eigeninitiative von Jugenlichen ganz hervorragende Resultate zustande bringt, bewiesen die drei Riehener und Basler Studenten Andreas Kaufmann, Stefan Ma thys und Andreas Ammann, die im Februar 1993 das Musical «The Wiz» auf die Bühne des Landgasthofes brachten. Die drei jungen Produzenten erzählen im folgenden selber, wie es zu dieser Aufführung kam: «Keiner von uns hatte eine Ahnung, mit welchem Aufwand eine Laienproduktion mit Professionalitätsansprüchen verbunden ist, als wir im Februar 1992 ziemlich blauäugig beschlossen, das Musical «The Wiz» zu produzieren. Weshalb gerade ein Musical? Weil es vielleicht die spektakulärste aller Kunstformen ist. Das Musical ist nicht einfach ein Singspiel, es vereint in sich Choreographie und Schauspiel, Artistikeinlagen und Pantomimik, Chor- und Sologesang, begleitet von mitunter kleinen Jazzcombos bis hin zum Symphonieorchester. Kurzum: Hier werden alle Register der Unterhaltungskunst gezogen, um das Publikum auf möglichst vielen Ebenen anzusprechen. «The Wiz» geht auf L. Frank Baums berühmtes Kindermärchen «The Wonderful Wizard of Oz» zurück und wurde in seiner Adaption aus den siebziger Jahren zu einem Soul-Musical verarbeitet. Dieses Musical war, im Gegensatz zu seiner Verfilmung, ein Dauererfolg am Broadway.

Nach geraumer Zeit hatten wir ein Ensemble zusammengestellt, das etwa 30 erfahrene und begeisterte Darsteller, Künstler und Musiker aus Riehen und Basel zählte. Unter der Regie und choreographischen Leitung von Otto Jankovich und Doris Metnitzer wurde von Mitte November 1992 bis zum Februar 1993 meist täglich und nicht selten bis Mitternacht geprobt, waren doch Erwerbstätigkeit und Schule nicht einfach aus der Agenda zu streichen. Parallel dazu musste das Bühnenbild entworfen und hergestellt, die administrative Arbeit erledigt und eine ordentliche Summe Geld aufgetrieben werden. Lorenz Tobler nahm den Chor und die Band unter seine Fittiche und bereitete die Solisten auf ihre Einlagen vor. Es galt, den Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen.

Die Erleichterung war gross, als am 19. Februar nach geglückter Premiere unter tosendem Applaus im Dorfsaal des Landgasthofes der Vorhang fiel. Die harte Arbeit machte sich auch bei den zwei weiteren Aufführungen bezahlt. Dennoch ging die Schlussabrechnung nicht ganz auf. All jenen, die durch finanzielle und andere Unterstützung die Durchführung unseres Projekts ermöglicht haben, sei an dieser Stelle nochmals Dank ausgesprochen.»

Schlusswort
Allen diesen Aufführungen, ob einfaches Singspiel, klassisches Bühnenstück oder märchenhafte Oper, ist eines gemeinsam: Sie werden unvergessene Erlebnisse in einer langen Schulzeit bleiben. Zwanzig Jahre später, wenn der Name des Stücks vielleicht längst in Vergessenheit geraten ist, wird man sich der dornenvollen Probenarbeit, ausgestandener ängste, aber auch einmaliger Glücksgefühle nach erfolgreicher Premiere erinnern.

Und doch ist die Theaterwelt gar nicht so weit vom Alltag entfernt. Denn auch diese Erkenntnis wird den Kindern, den Jugendlichen mit dem Erarbeiten eines Stücks mit auf den Weg gegeben: Verlangt ist der Einsatz vieler. Lorbeeren holen sich nur wenige.

Personen
(soweit nicht schon in der GKR, im RRJ oder im RJ 1986 ff. vorgestellt)
Andreas Ammann (*1970), stud. med.
Luigi Bier (*1942), Dr. rer. pol., Oberlehrer für Geschichte und Italienisch, Konrektor Gymnasium Bäumlihof
Tonino Castiglione (*1955), Liedermacher, stud. phil.
Sabine Freuler (*1965), Lehrerin für musikalische Früherziehung und Grundkurse
Jürg-Alexander Hätz, (*1946), lie. iur., Advokat und Notar, Präsident Verkehrsverein
Otto Jankovich (*1967), Schauspieler
Andreas Kaufmann (*1971), stud. phil.
Stefan Mathys (*1971), stud. Ing. ETH
Doris Metnitzer (*1971), Schauspielerin
Hanspeter Rickli (*1952), Musiklehrer
Bernadette Schnyder (*1959), Dr. phil., Lehrerin für Alte Sprachen
Esther Tobler (*1963), Kindergärtnerin und Bewegungsschauspielerin
Lorenz Tobler (*1958), Musiklehrer
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