1993

Der Pavillon der Winde in Riehen

Brigitte Meles

Auf dem Haselram in Riehen steht als einziges Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert ein kleines Oktogon, das von seinen heutigen Besitzern «Gloriette» genannt wird1). Ursprünglich in einem Garten isoliert als erhöhter Aussichtspavillon über der Wiesenaue plaziert, wurde es 1934 mit dem damals erbauten Wohnhaus am Kettenackerweg 44 verbunden und wie dieses nach einer Handänderung 1989/90 restauriert2).

Die äussere Gestalt
Der eingeschossige Zentralbau unter einem achtseitigen, schiefergedeckten Pyramidendach erhebt sich über achteckigem Grundriss. Die weiss verputzten Wandflächen sind in einen Rahmen aus grau gestrichenen Architekturelementen gespannt. übereckgestellte Wandpilaster mit Kapitellen stützen Architrav, Fries und facettiertes Kranzgesims. Ebenfalls grau gestrichen sind die Gewände der sechs hochrechteckigen Fenster. Zwei von ihnen - permanent mit Holzläden geschlossen - treten nicht als öffnungen in Erscheinung. Auf dem Fries waren bis zur Restaurierung 1990 einzelne Worte aus dem Lied «Befiehl du deine Wege» von Paul Gerhardt lesbar3).

Das Innere
In den Pavillon gelangt man heute durch das später angebaute Wohnhaus und die ursprüngliche Eingangsöffnung, die heute mit einer zweiflügeligen Glastüre versehen ist4). Unerwartet befindet sich der Besucher in einem nahezu richtungslosen Raum. Nur die Längsachse ist durch die Türöffnung sowie durch die gegenüberliegende geschlossene Wandfläche mit dem Cheminée spürbar5). überraschend ist die Farbigkeit des kleinen Zentralraumes. Dominiert bis zum Kuppelansatz ein kräftiges Hellblau, so spannt sich darüber das weissgrundige Kuppeloktogon und darin nehmen blaue Bänder, dreiseitig ornamental eingefasst, die Farbe der Wandzone auf. Sie teilen die Kuppel in acht sphärische Dreiecksfelder und treffen im Scheitel auf eine Windrose6). Ornamente klassischer Herkunft - Palmetten und Ranken - füllen auf dunklem Grund die Scheitelzwickel. Sie enden jeweils in einer Palmette, die über die weisse Fläche hinweg auf eine waagrecht schwebende männliche Figur weist.

Deutung
Während der Restaurierung wurde bereits vermutet, dass dieser bisher völlig unbekannte Bau in den Umkreis des Basler Architekten Melchior Berri gehört, was sich später auch bestätigte7)- Augenfällig war der strenge Klassizismus der Architektur und die ähnlichkeit mit den klassizistischen Dekorationen in der Aula des Museums an der Augustinergasse8). Demnach musste die «Gloriette» zwischen 1840 und 1850 erbaut und ausgemalt worden sein. Jedoch blieben die acht geflügelten männlichen Gestalten - weder als Jahreszeiten, noch als Genien identifizierbar vorerst ein Rätsel. Dieses wurde spontan von der Basler Archäologin Grazia Berger gelöst. Sie erkannte, dass die Reliefs des Turms der Winde in Athen als ikonographisches Vorbild gedient hatten9). Diese befinden sich noch heute auf dem Fries des achteckigen Turmes, der das mechanische Werk einer Wasseruhr enthielt. Die motivische übereinstimmung zwischen den antiken Reliefs und den klassizistischen Malereien könnte nicht grösser sein. Haltung, Bekleidung und - bis auf eine Ausnahme - auch die Attribute, welche die Geflügelten tragen, sind aufs Genaueste kopiert10). Die erwähnte Ausnahme betrifft den Süd west-Wind Lips. Er präsentiert auf dem Relief am Turm der Winde ein sogenanntes Aphlaston, die Heckzier antiker griechischer Schiffe11). Auf der Riehener Darstellung fasst er mit beiden Händen ein halbkreisförmig emporwehendes Tuch, vielleicht einen Hinweis auf den Erwerbszweig des Auftraggebers? Unter den Attributen der übrigen Winde fällt der runde, zur Hälfte mit weissen Hagelkörnern gefüllte Schild des Nordost-Windes Kaikias ins Auge. Die übrigen Figuren sind wie folgt gekennzeichnet: Der Nordwind Boreas trägt eine Schneckenmuschel, der Ostwind Apeliotes bringt Blumen und Feldfrüchte, womit er als fruchtbares Element gekennzeichnet ist, ebenso wie der Westwind Zephyros, der Blumen in seinem Schoss hält; der Südwind Notos hat eine leere, umgekehrte Amphora in den Händen; auch ein Gefäss, jedoch ein bauchiges, trägt der Nordwest-Wind Skiron vor sich und schliesslich gibt es noch eine Figur, den Südost-Wind Euros, der seine Rechte im Gewand versteckend kein Attribut hat. Die acht Geflügelten verkörpern jeweils den einer Himmelsrichtung zugehörigen Wind, womit der Bezug zur gemalten Windrose im Kuppelscheitel evident ist12).

Entsprechend ihren Eigenschaften und der für sie typischen Jahreszeit sind die Geflügelten bekleidet. Die kalten und regnerischen Winde, gestiefelte bärtige Männer, schützt über einem langärmeligen Rock ein kurzer Mantel, das griechische Himation, vor Kälte und Regen, während der mildere Südwest- und der Westwind als schöngestaltige Jünglinge barfuss durch die Luft schweben und nur mit einem leicht flatternden Himation ihre Blosse bedecken.

Die schlichte klassizistische Architektur des Pavillons und seine auf antike Vorbilder zurückgreifende Bemalung im Inneren machen aus ihm ein kostbares kleines Kunstwerk von seltener Einheitlichkeit und ein interessantes Beispiel der Antikenrezeption des 19. Jahrhunderts. Wie kam es dazu?

Der Bauherr
Errichtet wurde der Pavillon der Winde 1840 für den damaligen Ratsherrn und späteren Bürgermeister Felix Sarasin13). Er hatte sein berufliches Rüstzeug in Frankreich und England erworben, trat 23jährig in das väterliche Colonialwarengeschäft in Basel ein und engagierte sich bald erfolgreich in der Baumwollverarbeitung. Bei St. Jakob sowie in Haagen im Wiesental betrieb er Spinnereien, die letztere verband er mit einer mechanischen Weberei. Durch die erforderlichen häufigen Besuche im Haagener Betrieb und die dortige Bautätigkeit mag 1838 der Erwerb eines Landgutes in Riehen mit begründet gewesen sein.

Fünfundzwanzigjährig heiratete er am 12. November 1822 die aus dem Schöneck an der St. Alban-Vorstadt stammende Emma Burckhardt (18051845) und am 15. Mai 1848 in zweiter Ehe Rosalie Brunner (1826-1908) von Bern14).

Felix Sarasin hat die Ereignisse des täglichen Lebens, seine Reisen, seine Visiten bei Eltern, Verwandten, Freunden wie auch seine abendlichen Besuche in der Basler Lesegesellschaft protokollartig in seinem Tagebuch vermerkt15). Daraus ergibt sich das fast lückenlose Bild seines Tageslaufes sowie ein selten dichter Einblick in das Fortschreiten seiner verschiedenen Bauvorhaben. In den Jahren 1839-1841 lässt er nicht nur sein Landgut in Riehen umbauen und den Pavillon auf dem Haselrain errichten, er beauftragt auch den Architekten Melchior Berri mit der Planung und dem Umbau des Hauses zum Schöneck und besucht - zeitweise fast täglich - diese Baustelle in der St. Alban Vorstadt16).

Das Landgut in Riehen
Am 19. Februar 1838 erwirbt Felix Sarasin ein schon bestehendes Landhaus bei der Mühle in Riehen und begibt sich bereits zwei Tage darauf mit Melchior Berri und einigen Handwerkern zu einer Besprechung dorthin, dies, be vor ihm und seiner Frau Emma das Haus am 27. März offiziell übergeben wird17). Die Umbauarbeiten ziehen sich bis in den Juni hin. Möbel, die Melchior Berri in Paris in seinem Auftrag erwirbt, werden aufgestellt und die Familie Sarasin kann bereits vom 26. Juni bis zum 22. Oktober den neuen Sommersitz bewohnen. Noch sind einige Handwerker mit der Ausstattung des Saales beschäftigt. Sie montieren Verzierungen, vergoldete Statuetten, Armleuchter etc., die aus Paris geliefert werden, und setzen Bäume im Garten. Im Spätherbst begibt sich Sarasin noch mehrmals allein nach Riehen, um Gartenarbeiten zu beaufsichtigen.

Über das Aussehen des Sarasinschen Besitzes lässt sich - solange Gartenpläne fehlen - kein vollständiges Bild gewinnen18). Das im Grundriss querrechteckige Landhaus stand dicht bei der Mühle an der Mündung der heutigen Weilstrasse in die Lörracherstrasse. Das Grundstück hatte die Form eines Dreiecks mit lang ausgezogenen Ecken und wurde an der Basis vom Mühleteich begrenzt. Darauf standen das Herrschaftshaus, eine «Behausung in Mauer und Riegel mit Ziegeldach», die noch erhaltenen Werkstatt und Schmiede «für Mecanick», ebenfalls in Mauer und Riegel erbaut, sowie die damit verbundene Scheune, die zur Hälfte dem Müller Johannes Hartmann gehörte. Das Gartenhäuschen, ein Riegelbau nahe der Strassenmündung, ist wie das Herrschaftshaus verschwunden19).

Da das Gelände wegen der bestehenden Mühlenbauten keine Erweiterungsmöglichkeiten bot und der Garten - es war kaum Platz für einen gewundenen Weg à l'anglaise eher von bescheidenen Ausmassen war, entschloss sich Felix Sarasin bereits 1839 auf dem erhöhten Haselrain, jenseits der Strasse von Lörrach nach Riehen, zusätzliches Land zu kaufen20). Er liess es zunächst von Melchior Berri 1839 durch eine Stützmauer befestigen. Der Pavillon, 1840 von Berri geplant und errichtet, stand allein auf dem offenbar 1841/42 vorwiegend mit Tannen bepflanzten Grundstück. Es ist anzunehmen, dass der Hausherr mit dem Aufenthalt in seinem <Belvedere> - er mag von hier bis zu seiner Fabrik in Haagen geblickt haben - das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden konnte. Ein Blick auf den Windzeiger in der Kuppel gab dem tüchtigen Fabrikanten Auskunft darüber, ob ein feuchter, das Spinnen erleichternder, oder ein trockener, ungünstiger Wind wehte21). Die Idee, den Pavillon auch als Wetterhäuschen zu benutzen, mag mit auf die pragmatische Persönlichkeit des Bauherrn zurückzuführen sein22). Melchior Berri hingegen mag angeregt haben, für die Dekoration des Inneren die Umzeichnungen der Athener Reliefs als Vorlage zu benutzen23).

Die Entstehung des Pavillons
Sarasin sucht den Architekten Melchior Berri am 20. Februar 1840 wegen des Pavillons auf. Sieben Tage später wird der Bau in Riehen ausgesteckt und zwischen dem 20. Mai und dem 9. September aufgerichtet. Für seine Ausstattung kauft Sarasin bereits im März während einer Geschäftsreise in Paris einen Spiegel in der «Manufacture Royale de glace»24). Im Juni trifft er auf dem Bauplatz den Schreiner Samuel Lindenmeyer und den Schlosser Hans Jakob Vögelin25). Der Pavillon ist im Herbst 1840 vollendet. Im Tagebuch des folgenden Jahres 1841 wird er wieder am 6. August erwähnt. Mit Melchior Berri und dem Maler Karl Enholz besichtigt Felix Sarasin - vermutlich wegen des Schönecks - den gotischen Kamin im Klybeckschlösschen. Von hier begeben sich die drei Männer, «nicht ohne Gefahr für Wagen und Pferde durch die Wiese» nach Riehen und besprechen sich dort wegen der Malereien des Pavillons. Am folgenden Tag beginnt Enholz mit der Ausmalung, die er einen Monat später, am 8. Oktober vollendet.

Der Architekt erhält 1840 für die Errichtung der Haldenmauer am Haselrain 800 Franken, 1842 für den Pavillon 1637 Franken und der Maler Karl Enholz bekommt 1843 für die Ausmalung 267 Franken ausbezahlt26).

Der Dekorationsmaler Karl Enholz
Als Künstler ist Karl Enholz, der Maler des Pavillons, ein Unbekannter. Als Person ist er mit den folgenden Angaben fassbar: geboren am 28. Oktober 1802 in Hamburg, erhielt am 6. Februar 1843 das Basler Bürgerrecht, heiratete am 30. März 1843 die Baslerin Helena Margaretha Sandreuter (1823-1906) und starb am 2. September 1864 in Basel.27) Damals war er beim Kornmarkt, im Haus des Südfrüchtehändlers Sandreuter-Oser wohnhaft. Angaben über seine persönlichen Verhältnisse entnehmen wir dem Aufnahmegesuch um das Basler Bürgerrecht28). Er gibt an, elternlos 1834 nach Basel gekommen zu sein. Hier habe er ein ehrenhaftes Auskommen gefunden, das auch eine Familie ernähren könne, da er «im Besitz der schätzbaren Zuneigung mehrerer hiesiger Ehrenhäuser» sei.29) Zeugnisse der erwähnten Bürger legte er wie üblich seinem Gesuch bei30). Vermutlich waren darunter auch Empfehlungen von Felix Sarasin und Melchior Berri, denn für und mit beiden hatte er in Riehen und im Haus zum Schöneck gearbeitet31).

Die Malereien für Felix Sarasin in Riehen sind das bisher einzige erhaltene Zeugnis seiner Tätigkeit als Dekorationsmaler. Was verraten sie über seine künstlerische Persönlichkeit? Nicht er, sondern Melchior Berri, der «allein das Griechische hätte gelten lassen», regte sehr wahr scheinlich die Wahl der klassischen Ornamente und des antiken Themas an32). Enholz führte den Auftrag aus. Die Ornamente trug er grösstenteils mittels Schablonen in der Absicht auf, handwerkliche Perfektion zu erreichen. Demgemäss lassen sie keine <Handschrift> erkennen, wirken aber besonders durch ihre kräftigen Farben, Gelb auf rotem sowie Gelb und Rot auf schwarzem Grund sehr dekorativ.

Um die Allegorien der acht Winde künstlerisch zu beurteilen, müssen sie mit den Vorlagen verglichen werden. Diese geben auf je einer Tafel rein linear ein Relief samt seiner architektonischen Rahmung und dem Namen des Windes in griechischen Buchstaben wieder. Zwar wurden 1841 die Allegorien getreu bis in die Binnenzeichnung hinein von Enholz kopiert und vergrössert, jedoch übernahm er die architektonische Umrahmung der Vorlagen nicht und setzte seine Figuren frei auf die sphärischen Kuppelsegmente, was den Eindruck des Schwebens ungemein verstärkt. Gemindert wird dieser Eindruck durch den etwas harten Kontrast zum weissen Grund, die Allegorien scheinen teilweise wie aufgeklebt.

Auf den Vorlagen sind die Muskelpartien, die Faltenstege der Gewänder sowie die dicht gefiederten Flügel unplastisch, weil schattenlos wiedergegeben. Nur im vereinzelt stärkeren Duktus des Lineamentes ist Räumliches zu ahnen. Die eigentliche Leistung des Malers besteht in der plastisch farbigen Umsetzung dieser Vorlagen. Farben geben den Figuren auf der Kuppel individuelleren Ausdruck. Zurückhaltend fleischfarbenes Inkarnat und die frischen Blau- und Grüntöne sowie die hellen Grau- und Brauntöne der Kleider und Attribute sind differenziert und auf die jeweilige Allegorie abgestimmt. Mehrfarbig ist das Gefieder der grossen Flügel dargestellt. Dass Enholz bestrebt war - abweichend von den Vorlagen - die Illusion plastischer Körper zu geben, ist in den Schraffierungen einzelner Muskeln sichtbar sowie in den dunkleren Gewandpartien33).

Als Werk eines nicht akademisch ausgebildeten, vor allem im Dekorativen beschäftigten Malers ist die frische und leicht naive Gestaltung der Figuren dem ländlichen Ambiente dieses Pavillons der Winde überaus angemessen. Zusammen mit den makellosen Ornamenten ist so im klassizistischen Gehäuse des kleinen Zentralbaus ein geschlossenes Kunstwerk entstanden.

Es sei noch darauf hingewiesen, dass sich in der Bildersammlung des Basler Staatsarchivs ein Anhaltspunkt auf Karl Enholz als Vedutenmaler findet341. Die Kleinbasier Vedute mit der Theodorskirche und der Stadtmauer, datiert 1837, signiert C. E. ist leider nur in einer Photographie erhalten35). Es wäre ein Glücksfall, wenn weitere Bilder mit seiner Signatur bekannt und ihm damit zugewiesen werden könnten. Die Autorin nimmt entsprechende Hinweise gern entgegen.

Anmerkungen
1) Laut Auskunft des heutigen Besitzers, Prof. Dr. Peter Blome-Schweizer, prägte diese Bezeichnung Elisabeth Hodel-Stadlin in den vierziger Jahren. Vgl. auch Broschüre Vischer AG Architekten und Planer, o.}., S. 7
2) Die Arbeiten wurden von der Basler Denkmalpflege durch Markus Schmid, Dipl. Arch. ETH, betreut. Die Restaurierung der Wandbilder führte der Restaurator Paul Denfeld, Bettingen, aus.
3) Die Schrift wurde nicht wiederhergestellt. Paul Denfeld, Aktennotiz 19. September 1990 und Pausen der Antiqua Schrift (Archiv Basler Denkmalpflege)
4) Der ursprüngliche Eingang ist nicht überliefert, möglicherweise war er - analog der Kapelle auf dem Theodor-Gottesacker - mit einem klassischen Portikus ausgezeichnet, vgl. INSA (Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850-1920), Bd. 2, S. 200
5) Das Cheminée wurde in den 1960er Jahren eingebaut, dahinter befindet sich jedoch ein älterer Kamin, der auf eine von Anfang an existierende Beheizung des Raumes schliessen lässt.
6) Im Inneren ist der weiss überstrichene Zeiger der Windrose noch vorhanden. Die zugehörige Windfahne auf dem Pyramidendach wurde nicht erneuert. Heute befindet sich ein Zierelement mit Knauf auf dem Dach.
7) Dr. Nicolas J. Hodel-Stadlin verdanken wir den archivalischen Nachweis der Autorschaft Melchior Berris.
8) Melchior Berri (1801-1854) hatte 1832-34 in Basel bereits einen Zentralbau, die Abdankungskapelle auf dem ehemaligen Theodor-Gottesacker (heute Rosental-Anlage) erbaut. 1844-1849 entstand das Museum an der Augustinergasse vgl. INSA, Bd. 2, S. 59-63, 126-128 und 200. Zu seinen Bauten in Riehen vgl. Thomas Freivogel, RJ 1983, S. 13-23 9) Der Turm der Winde, auch als Horologion oder Wasseruhr des Andronikos bekannt, wurde in der 2. Hälfte des 1. Jh. v. Chr. neben der römischen Agora in Athen erbaut und steht noch heute. Vgl. John Travlos: «Bildlexikon zur Topographie des antiken Athen», Tübingen 1971, S. 281-285
10) Die Vorlagen stammen aus James Stuart and Nicholas Revett: «Die Alterthümer von Athen / beschrieben, gemessen und gezeichnet / Text: Bd. 1-2», Abbildungen Tf. 1-6, Leipzig 1829-1831 (Originalausgabe: «The Antiquities of Athens», 1762 ff.), Tafeln XII-XIX, Universitätsbibliothek Basel AD 1,179
Anmerkungen
11) Man mag sich für diese änderung entschieden haben, weil das Aphlaston nicht mehr bekannt war. Vgl. «Der kleine Pauly, Lexikon der Antike», Stuttgart 1964, Bd. 1, S. 425; Lucien Bäsch: «Le Musée imaginaire de la marine antique», Athen 1987, fig. 586 ff.
12) Die Zuordnung der Winde zu den Himmelsrichtungen ist durch ihre namentliche Bezeichnung am Turm der Winde in Athen überliefert.
13) Lebensdaten: 7. Oktober 1797 - 21. Januar 1862. Eduard His: «Basler Staatsmänner des 19. Jahrhunderts», Basel 1930, S. 136-143
14) Hans Franz Sarasin-Geymüller: «Gedeon Sarasin und seine Nachkommen», Basel 1968 15) Felix Sarasin, Tagebücher, 8 Bände, StABS PA 212, L 4, Einträge unter den erwähnten Daten
16) Seine Frau Emma Sarasin-Burckhardt (1805-1845) erbte das Schöneck 1839 von ihrem Vater Johann Georg Burckhardt-Heusler.
17) Zu den Besitzverhältnissen des Landgutes vgl. Albin Kaspar: «Die Mühle von Riehen - ein Gewerbe in alter und neuer Zeit», RJ 1986, S. 19/20
18) Abbildung vgl. Albin Kaspar (Anm. 17). Das Herrschaftshaus des ehemaligen Landgutes Weilstr. 6 wurde 1939 abgerissen, Teile der Ausstattung, ein Cheminée mit Spiegel, Tapeten und Leisten, kamen ins Historische Museum Basel.
19) Brandlagerbuch der Gemeinde Riehen, 1830, StABS Brandversicherungs-Acten G 10 20) Vgl. Anm. 15 (15. März 1839)
21) Bei trockener Luft bricht der Spinnfaden häufiger.
22) Hinweis von Prof. Dr. Peter Blome-Schweizer: am Turm der Winde in Athen war die aktuelle Windrichtung ebenfalls ablesbar, die Wetterfahne hatte dort die Form eines bronzenen Triton, der mit einem Stab die Windrichtung anzeigte, vgl. John Travlos, S. 281 (Anm. 9)
23) Vgl. Anm. 10
24) Vgl. Anm. 15 (11. März 1840)
25) Felix Sarasin beschäftigt hier wie im Schöneck sowohl denselben Architekten - Melchior Berri - wie auch dieselben Handwerker. Samuel Lindenmeyer fertigt im Schöneck die Täferung, vgl. INSA, Bd. 2, S. 204
26) Felix Sarasin, Kassabuch, StABS, PA 212, L 48,7
27) Aus der Ehe gingen zwischen 1844 und 1854 sechs Kinder hervor.
28) Die biographischen Recherchen verdanke ich Dr. Ulrich Barth, Staatsarchiv Basel.
29) StABS, Bürgerrecht F 2,19 1842-1848
30) Im Konvolut StABS, Bürgerrecht F 2,19 1842-1848 nicht enthalten
31) Für die «Pompejanische Dekorationsmalerei in kräftiger Polychromie» im 2. Obergeschoss des Museums an der Augustinergasse beschäftigte Melchior Berri 1844 ff. Karl Enholz und andere Dekorationsmaler. Vgl. INSA, Bd. 2, S. 126
32) Joseph Gantner, Adolf Reinle: «Kunstgeschichte der Schweiz», Bd. IV, Frauenfeld 1962, S. 15. Auf eine Vorliebe für den Klassizismus findet sich in den Tagebüchern von Felix Sarasin kein Hinweis.
33) Laut Auskunft des Restaurators Paul Denfeld sind die Malereien mit Leimfarben, einer im 19. Jh. üblichen Secco-Technik, aufgetragen.
34) StABS, Bildersammlung 5,417. Als «Kunst- und Dekorationsmaler» ist er auf der Aufenthaltskarte bezeichnet (StABS, Bürgerrecht F 2, 19 1842-1848) 35) Nachforschungen in folgenden Basler Sammlungen waren ergebnislos: Historisches Museum, Kupferstichkabinett und Bildersammlung der öffentlichen Kunstsammlung, Stadt- und Münstermuseum.


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