1983

Das alte Gemeindehaus von Melchior Berri

Thomas Freivogel

Nachdem sich 1833 die Landschaft von der Stadt getrennt hatte, wurde ein Jahr später im neu geschaffenen Landbezirk Riehen der Wunsch nach einem eigenen Gemeindehaus laut, welches dem Bezirksstatthalteramt, der Bezirksschreiberei und dem Zivilgericht als Sitzungsort dienen sollte. In der ersten Sitzung der Baukommission am 28. Mai 1834 wurde beschlossen, dass «die Herren Architect Berry und Zimmermstr. Stehlin ihre Projecte zu den fraglichen Gebäuden einzuzeichnen belieben wollen.»1 Die Gemeindeverwaltung verwahrt sieben Pläne, welche das ehemalige Gemeindehaus an der Baselstrasse 43 dokumentieren. Ausser dem Situationsplan, der als einziger signiert ist, sind zwei Projekte vorhanden, die in der Gestaltung des Grundrisses leicht variieren.

Feder, Schnittflächen koloriert, Beschriftungen in schwarzer Tinte, Wasserzeichen «J Whatman 1833». Mit Bleistift angeschrieben «ungültig». 42,0 x 58,1 cm. Nicht ausgeführtes Projekt.

IV. «Vodere Ansicht. Quer — Durchschnitt.»

Feder, Schnittflächen koloriert, Massangaben und Ergänzungen in Bleistift, Wasserzeichen «J Whatman 1833»; oberer rechter Rand abgeschnitten. 43,5 x 57,5 cm. Ausgeführtes Projekt.

V. «Grundplan über einer Stiege. Grundplan zu ebner Erde. Kellergrund. »

Feder, Schnittflächen koloriert, Beschriftungen in schwarzer und roter Tinte, Wasserzeichen «J Whatman 1833». 42,2 x 57,6 cm. Ausgeführtes Projekt. (Siehe Abb. Seite 15) VI. Aufriss der Fassade Feder, Massangaben in Bleistift und roter Tinte; Rand eingerissen. 44,3 x 29,9 cm. Ausgeführtes Projekt.

VII. Grundrisse Erdgeschoss und 1. Obergeschoss Feder, Schnittflächen koloriert, Massangaben in Bleistift und schwarzer Tinte. 39,5 x 55,4 cm. Ausgeführtes Projekt.

Unsere Pläne I—III stellen das erste Projekt von Melchior Berri (1801-54) dar. Ende Januar 1835 schrieb Ratsherr Wenk-Singeisen an den Präsidenten des Baukollegiums, dass Berri seinen ursprünglichen Plan leicht abgeändert habe.2 Dieses neue Projekt liegt den Plänen IV und V zugrunde, auf welchen das zuerst an der Hinterseite vorgesehene Treppenhaus direkt hinter die Vorhalle zu liegen kommt; die Tiefe des Gebäudes ist dementsprechend geringer. Am 23. März 1835 formuliert Berri selbst das Bauprogramm im «Concours Programm für die Bewerber der Bauinspektor-Stelle für Basel Stadttheil. Ein Bezirksgerichts und Gemeindehaus nach Riehen zu entwerfen».3 Amadeus Merian (1808-89) bewarb sich als einziger für die Stelle eines Bauinspektors, eines heutigen Kantonsbaumeisters, die er auch erhielt. Sein eingereichtes Projekt gelangte aber nicht zur Ausführung, da dasjenige Berris bevorzugt wurde. In seiner Autobiographie schreibt Merian: «Allein meine Pläne kamen nicht zur Ausführung. Herr Berri hatte schon vorher solche für das Baukollegium ausgearbeitet, die bereits die Genehmigung erhalten hatten. Ich hatte also blos noch die Werkpläne im grösseren Massstab auszuarbeiten, die Devis descriptiv für die verschiedenen Hand werke zu schreiben, Profile für die Details zu machen und die Baute zu überwachen. Eine kleine änderung an der Façade, die dem Charakter eines Gerichtsgebäudes mehr entsprochen hätte, gab Herr Berri, der für diese Baute als Delegierter bestellt war, nicht zu, indem sein Plan durch die Behörden genehmigt sei.»4 Aus Merians äusserungen geht hervor, dass Berris Pläne genehmigt worden waren und dass Merian selbst als neuer Bauinspektor mit deren Ausführung betraut wurde; ihm zur Seite stand der spätere Kantonsbaumeister von Freiburg i.Ue., Jacques David Weibel.5 Das Wasserzeichen «J Whatman» der unsignierten Pläne II-V ist bei Plänen von Berri häufig anzutreffen; doch auch Merian brauchte für sein Fassadenprojekt der Zunft zu Brotbecken von 1842 dieselbe Sorte von Papier.6 Eine im Dezember 1836 datierte Pergamenturkunde7 nennt sowohl den Verfasser der Pläne als auch den ausführenden Leiter namentlich. Interessant wäre es, die Konkurrenzpläne nicht nur Merians, sondern auch Johann Jakob Stehlins d.ä. (1803-79) dem realisierten Projekt Berris gegenüberzustellen. Doch blieben diese Pläne leider unauffindbar.

Der Grundriss des ausgeführten Berri-Projektes V weist im Erdgeschoss eine längsrechteckige offene Vorhalle auf, in deren verlängerter Mittelachse die ebenfalls offen geführte zweiläufige Treppe aufsteigt. Daneben liegt links die Gemeindestube, welche von drei Fenstern der Seitenfassade und einem Fenster der Vorderfassade erhellt wird. Dieser Raum ist hinter der Vorhalle um die Breite eines Joches erweitert und durch einen separaten Unterzug mit Stützpfeiler unterteilt; in der hinteren rechten Ecke steht ein Ofen. Rechts neben der Treppe ist ein kleiner Raum für die Gemeindewache, der dieselbe Breite aufweist wie das rechte Vorhallenjoch. Der übereckgestellte Raum links ist für die Landjägerwache bestimmt. Ein kleines trapezförmiges Gefängnis füllt die Lücke zwischen der Scheidemauer zum «Ochsen» und den beiden Wachstuben. Im ersten Obergeschoss liegt links das Bezirksgericht; auf der rechten Seite befindet sich die Abwartswohnung mit zwei Zimmern und einer trapezförmigen Küche. Alle drei Wohnräume des ersten Stockes haben einen eigenen Ofen. Diesem Projekt gegenüber stehen die Pläne I und III. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass die Rückfassade nicht mehr hofartig gebildet ist, sondern die Scheidemauer, die an die Flucht der Speicherreihe angrenzt, erweiternd hinauszieht. In dem so neu geschaffenen Raum läuft das Treppenhaus parallel zur Rückfassade, das mit der Vorhalle durch einen langen Gang verbunden ist. Durch die Verlegung der Treppe in das Zentrum des Gebäudes auf Plan V wird ein schlauchartiger Korridor vermieden.

Der Aufriss der Fassade bleibt abgesehen von unwesentlichen Detailänderungen derselbe. Schon das sehr fein entworfene Projekt auf dem Situationsplan I zeigt ein zweigeschossiges Gebäude, dessen Mitte mit einem nur in der Gebälkzone schwach hervortretenden Risalit akzentuiert wird. Toskanische Pfeiler stützen im Erdgeschoss drei Arkaden, im ersten Stock einfache hochrechteckige öffnungen, die direkt auf dem doppelt profilierten Sohlbankgesims liegen, welches das Erd- vom Obergeschoss trennt. Ecklisenen mit Quadern im Wechselverband rahmen die Fassade seitlich. Das Walmdach krönt ein Glockentürmchen, dessen Dächlein von toskanischen Pfeilerchen getragen wird. Der Aufriss auf Plan IV verdeutlicht, was schon der Grundriss gezeigt hat: hinter der offenen, über einigen Stufen liegenden Vorhalle führt in der Mittelachse eine Treppe ins erste Stockwerk; die flankierenden Seitenfenster weisen dieselbe Sprossierung auf wie die Fenster der Fassade. Im ersten Stock sind zwischen die Pfeiler öffnungen eingelassen, die als Türen zu den dahinter liegenden Räumen die Rückwand der Vorhalle durchbrechen. Der separate Fassadenriss VI zeigt eine bereinigte Abfolge der Eckquader sowie eine detailliert gezeichnete Turmspitze. Die Winkelsprossierung der Rundbogenfenster wurde aufgegeben. Unklar bleibt die Wandgestaltung im ersten Stock zwischen den Pfeilern.

Das ausgeführte Raumprogramm entspricht demjenigen, welches Berri für die Bewerber der Bauinspektorstelle entworfen und schriftlich formuliert hatte.8 Die knappe Beschreibung der einzelnen Räume definiert diese kurz. Die Vorhalle, die im Text als «bedecktes Peristile» bezeichnet wird, soll die Wache gegen schlechtes Wetter schützen. Was die Gesamtanlage betrifft, so formuliert Berri eingangs: «An der Hauptanlage soll vorzüglich Rücksicht auf die Stellung der Kirche und Richtung der Strassen genommen werden so wie dass die wachehabenden Landjäger von den Fenstern ihrer Wachstube leicht die Strassen von Basel nach Riehen, von Riehen nach Lörach und den Bettinger = Kir chenweg übersehen.»9 Entsprechend liegt das Gemeindehaus in der Achse der Kirche, ist dieser aber um einiges vorgesetzt und näher an den Strassenverlauf gerückt. Die linke Seitenfassade schliesst direkt an den das Chorhaupt flankierenden Speicherwall an. Die rechte Seitenfassade fügt sich nicht recht-, sondern stumpfwinklig an. Der dahinter liegende Raum der Landjägerwache gewährt damit einen optimalen Uberblick auf die an dieser Stelle zusammenkommenden Strassenzüge. Wenige Jahre zuvor ist ein Fassadenprojekt Berris an der Rheingasse 2 in Basel datiert, «welches vermutlich das erste Beispiel der für Basels Strassenbild im 19. Jahrhundert charakteristischen abgeschrägten Strassenecke»10 darstellt. Aber im Gegensatz zu Riehen wird hier die Fassade auf der Seite mehrachsig weitergeführt; auch die Hervorhebung der abgeschrägten Ecke mit Fensterverdachungen ist abweichend gestaltet. Die Eckpartie des Rheingasse-Projektes bildet einen Hauptakzent der Fassade, während beim Riehener Gemeindehaus eindeutig die Vorderfassade hervorgehoben wird durch den Risalit, dessen drei Arkaden mit vorgelagerter Freitreppe die offene Vorhalle gliedern.

Diesem Motiv einer durch Arkaden geöffneten Fassade begegnen wir bereits am Basler Rathaus (1507/13) und am Winterthurer Rathaus (1782-84). Zwischen innen und aussen vermittelnd schaffen die Arkaden einen Freiraum, der bewusst den öffentlichen Charakter des Gebäudes betont und weniger abweisend als eine geschlossene Front wirkt. Dieser repräsentative Eingang wird aber nicht wie beispielsweise bei Berris Casinoprojekten11 oder den Projekten für die Rathäuser in Zürich12 und Bern13 als breit vorspringender Risalit mit eigenem Dach oder Giebel gestaltet, sondern dem Walmdach untergeordnet. Damit verliert der Bau zwar den Anspruch auf städtische Monumentalität, gewinnt aber eine suburbane Eigenständigkeit. Die mit dieser Fassadenlösung erzielte Leichtigkeit erhält mit dem in der Mittelachse liegenden Glockentürmchen eine adäquat verspielte Bekrönung. Das Gesamtbild erinnert, nicht zuletzt auch wegen der toskanischen Ordnung, an quattrocenteske Villenarchitektur, welche Berri 1826 bei seinem Besuch in Florenz bestimmt gesehen haben dürfte. Die Villa Medici in Poggio a Caiano, erbaut um 1480 von Giuliano da Sangallo (1445-1516) bietet ein ähnliches Bild. So ist der kubisch geschlossene Bau von einem sehr ge drückten Walmdach überdeckt, dem in der Mittelachse ein Uhrentürmchen aufgesetzt ist. Die Fassade wird ebenfalls von einer Eckquadrierung im Wechselverband gefasst. Die das Erdgeschoss aufsprengende Vorhalle ist zusätzlich betont durch einen Dreieckgiebel. Dem gegenüber wirkt die Riehener Fassade viel ruhiger, da kein Teil dominiert, sondern alles sich dem Ganzen unterordnet.

Berri verbrachte einen Teil seiner Lehrjahre in Karlsruhe bei Friedrich Weinbrenner (1766-1826), wo er nicht nur mit dessen Architektur konfrontiert wurde, sondern allgemein den Klassizismus kennenlernte. Eine klare, durch stereometrisch-kubische Formen bestimmte Bauweise kennzeichnet diesen Stil, der nur äusserst sparsam zu dekorativen Elementen greift. Die in die Wand des Gemeindehauses eingeschnittenen, rahmenlosen Fenster werden lediglich von einem Sohlbankgesimse gestützt. Die glatte Wandfläche und das breite, voluminöse Dach prägen das nüchterne Bild dieses Baues. Damit vergleichen lassen sich einfache Wohnhäuser von Weinbrenner in Karlsruhe. Diese werden von dem durch einen gewölbten Keller bedingten hohen Sockel, von unterschiedlicher Geschosshöhe und von einem durchlaufenden Sohlbank-Gurtgesims bestimmt, das mit dem profilierten Kranzgesims deutliche Horizontalen bildet. Genau dieselben Merkmale finden wir auch an den Villen und kleineren Bauten von Berri, z.B. an den Wohnhäusern am St. Alban-Graben und an der Rheingasse in Basel oder der Ehinger-Villa in Münchenstein. In Riehen wird diese kantige Strenge durch die genuteten, im Wechselverband angeordneten Ecklisenen gemildert, die die Fassade zwar optisch beleben, aber eher als rückständiges Element in die Zeit des Spätbarock und des Frühklassizismus weisen. Dass das Erdgeschoss nicht in Lagerfugenschnitt aufgelöst, sondern als glatte Mauerfläche belassen wird, ist nicht so sehr als Schritt zu stilistischer Einfachheit und baulicher Einheit zu werten wie beim Museum an der Augustinergasse in Basel, es ist vielmehr bewusst einfach gestaltete Landarchitektur im Gegensatz zu städtischer. Auch die Verwendung von zwei verschiedenen Fenstertypen, hochrechteckigen und rundbogigen, kann einerseits von Weinbrenner beeinflusst sein, der zwar eher zwischen arkadenartiger und normaler Befensterung unterscheidet; andererseits kann sich dabei französischer Einfluss (rundbogige Erdgeschossfenster) geltend machen wie bei Berris viertem Casinoprojekt, wo als Hauptmotiv Rundbogenfenster verwendet werden, deren bewusste und zum Teil durchgehende Verwendung Berri wohl bei seinem Pariser Aufenthalt kennengelernt hatte, als er 1823 für zwei Jahre im Atelier von Jean-Nicolas Huyot (1780-1840) arbeitete. Diese Reihung, die auf Palladios (1508-80) Basilika in Vicenza zurückzuführen ist, ist in Frankreich bereits im 17. Jahrhundert vertreten und findet um 1800 weite Verwendung. Was beim letzten Casinoprojekt noch auffällig gezeigt wird, tritt beim Riehener Gemeindehaus verhaltener in Erscheinung. Zwar wird das Erdgeschoss vom Rundbogen bestimmt, welcher als Arkade ausgebildet aber nur im Mittelrisalit auftritt.

Welchen Stellenwert nimmt das Gemeindehaus im Werk Berris und in demjenigen seiner Basler Zeitgenossen ein? Innerhalb der Werke von Berri kommt dem Riehener Gemeindehaus eine Sonderstellung zu. Als öffentliches Gebäude ist es in seiner Dimensionierung wie ein Privathaus gestaltet und nicht wie ein Verwaltungsgebäude grösseren Ausmasses. Die Ehinger-Villa in Münchenstein, die von 1829-31 erbaut wurde, zeigt direkt vergleichbare Motive. Auf der Rückseite befindet sich eine durch Arkaden gegliederte Loggia, im ersten Stock eine durch Pfeilerchen unterteilte verglaste Veranda. Ob die Verglasung von Berri vorgesehen war, ist nicht festzustellen. Das Motiv der über einer Loggia resp. Vorhalle liegenden Veranda ist auch in Riehen vorhanden. Diese scheint offen geplant gewesen zu sein; der Fassadenriss IV zeigt jedenfalls eine durch keine Sprossierung behinderte Durchsicht auf die dahinter liegenden Türen. Einen mit grossen sprossierten Fensterflächen erhellten Raum weist auch die Berri zugeschriebene Orangerie im Le Grand-Gut auf.14 Damit wird eine durchsichtige Schwerelosigkeit geschaffen. Die über dem Arkadenscheitel ruhenden Gebälkkonsolen in Münchenstein sind im Aufriss des Situationsplanes I eingezeichnet, bei den folgenden Entwürfen aber weggelassen worden. Ein dominierendes Merkmal bilden die Rundbogen. Deshalb auf den von Heinrich Hübsch (1795-1863) und Friedrich Gärtner (1792-1847) vertretenen «Rundbogenstil» zu schliessen, ist jedoch falsch, da sich dieser hauptsächlich in romanisch-byzantinischem Vokabular ausdrückt, das romantischem Empfinden entsprungen war und sich deutlich vom antik beeinflussten Klassizismus unterscheidet. Diesem steht auch die Neorenaissance sehr nahe, deren sich Berri selten und nur bei kleineren Bauten bedient; in seinen grossen und späteren Werken verschreibt er sich eher dem reinen, antikisierenden Klassizismus. Auf der andern Seite stehen Amadeus Merian und Christoph Riggenbach (1810-63), deren Hauptwerke den Unterschied zu Berris Bauten klar belegen. Vor allem der ornamentale Reichtum sowie die häufige Verwendung von aneinandergereihten Rundbogen, die vielfach nicht vertikal voneinander abgesetzt werden, sind auffällige Kennzeichen dafür.

Trotz seiner markanten Eckposition unterordnet sich das Gemeindehaus sowohl in Grundriss und Höhe als auch in der zurückhaltenden Formensprache dem Gesamtkomplex von Kirche und einstigem Speicherwall, ganz im Gegensatz etwa zu dem in der Basler Altstadt errichteten dominierenden Museumsbau. Mit dieser Anpassung zeigt Berri sein ganzes Geschick, löst er doch die Gestaltung der Fassade mit einfachen, nicht ins Monumental-Pathetische gesteigerten Formen, die aber dennoch spannungsvoll wirken. Die Erweiterung der linken Seitenfassade im Jahre 1917 sowie der kurz zuvor angefügte Trakt rechts verundeutlichen zwar das ehemalige architektonische Konzept, doch nimmt die gesicherte heutige Farbgebung geschickt auf die ursprüngliche Situation Bezug. Obwohl die innere Disposition (Treppenhaus!) völlig umgeändert wurde, hat das alte Gemeindehaus nichts von seinem Wert eingebüsst, zeigt es doch immer noch die von Berri entworfene Fassade, welche in dieser dominanten Ecklage den Kirchplatz würdig abgrenzt.

Anmerkungen

1 StAB, Bauakten EE 2.
2 Wie Anm. 1.
3 Wie Anm. 1.
4 Erinnerungen von Amadeus Merian, Architekt. 1808-1889. Von ihm selbst verfasste Biographie. Basel 1902, S. 68.
5 Wie Anm. 4, S. 76 f.
6 Wasserzeichen «J Whatman 1839»; StAB Plan N 6.13.
7 StAB, Gemeindearchiv Riehen E 8.4. Abgebildet in: Riehen, Geschichte eines Dorfes. Riehen 1972, S. 330.
8 Wie Anm. 1.
9 Wie Anm. 1.
10 StAB, Plan G 3.24.
11 Stehlin-Archiv. Kupferstichkabinett Inv. 1927.429. StAB, Architectura Basiliensis 508. StAB, Privatarchiv 201, D 14.
12 Kupferstichkabinett Inv. 1927.224.
13 StAB, Privatarchiv 201, H 1.
14 François Maurer, Baugeschichte. In: Riehen, Geschichte eines Dorfes, Riehen 1972, S. 257 f. Die toskanische Ordnung und das Türmchen sind weitere verwandte Merkmale.


Literatur

Ausstellungskatalog Friedrich Weinbrenner 1766-1826. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 29.10.1977-15.1.1978. Karlsruhe 1978.

Bruno Carl, Klassizismus 1770-1860. Zürich 1963. Georg Germann, Basler Baurisse 1800-1860. Katalog der Ausstellung im Kunstmuseum 4.2.-26.3.1967. Basel 19672. Georg Germann, Melchior Berris Rathausentwurf für Bern (1833). In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 69, Basel 1969, S. 239-319.

Georg Germann, Dorothee Huber und Mitarbeiter, Der Bau des alten Museums in Basel (1844-1849). In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 78, Basel 1978, S. 5-30. Franziska Gross, Die Basler Stadtcasinobauten und ihre Projektierung im 19. Jahrhundert. Basel 1978 (Ms). Andreas Hauser, Ferdinand Stadler (1813-1870). Ein Beitrag zur Geschichte des Historismus in der Schweiz. Zürich 1976. Hans Hoffmann, Die klassizistische Baukunst in Zürich. In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Bd. XXXI, Heft 2, Zürich 1933.

Hans Jakob Wörner, Architektur des Frühklassizismus. München/Zürich 1979.

1  Situation
Auf der Ostseite der Kirche wird zwischen Speicher und Metzgerei «zum Ochsen» das Gemeindehaus eingeschoben, wobei der Eckkonflikt zur rechts im stumpfen Winkel anschliessenden Liegenschaft geschickt gelöst wird mit der übereck weitergeführten Fassade. Die Anordnung des Treppenhauses im hinteren rechten Teil nimmt Bezug auf den nicht ausgeführten Plan III. Ergänzt wird der vorliegende Plan mit einem zierlich mit Bleistift gezeichneten Aufriss. Daneben steht in stark verwischter, kaum mehr leserlicher deutscher Schrift: «Statt der öffnung x könnten auch nur 3 Fenster bis m ...»; signiert M. Berri. Situation in Bleistift und roter Tinte, Beschriftungen in schwarzer Tinte; Grundrissfläche der Kirche blau koloriert; Grund- und Aufriss des Gemeindehauses in Bleistift, Schnittflächen rot koloriert. 71,5 x 55,6 cm. (Siehe Abb. Seite 12)
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