1964

Das Regionalgymnasium Bäumlihof

Peter Zschokke

Wenn der Regierungsrat dem Großen Rate demnächst ein Projekt zur Erstellung eines Regionalgymnasiums im Bäumlihof unterbreitet, so nimmt damit eine lange Phase der Planung und Vorbereitung für diesen Schulbau sein Ende. Da sich alle Basler Gymnasien in der Innerstadt befinden und eine Erweiterung an den bisherigen Standorten nicht mehr möglich, neuer Raum für die Gymnasien aber notwendig ist, mußte eine Lösung außerhalb der City gesucht werden, ganz abgesehen davon, daß die Verkehrsprobleme der Innerstadt auch für die Schülerinnen und Schüler immer schwieriger zu lösen sind. Es drängte sich deshalb der Bau eines Regionalgymnasiums an der Grenze zwischen Basel und Riehen auf, da damit dem berechtigten Wunsche nach Dezentralisation der Schulen auf der Mittel- und Oberstufe entsprochen werden kann.

Nach Fertigstellung dieser Schulbauten können die Schulkreise neu gezogen werden, und es wird dann möglich sein, daß die Schülerinnen und Schüler, die im Kleinbasel, in Riehen und Bettingen sowie im Gebiet der Breite wohnen, nicht mehr die halbe Stadt durchfahren müssen, um zu ihrem Schulhaus zu gelangen.

Das Regionalgymnasium Bäumlihof sieht im Vollausbau insgesamt 64 Klassen vor, wobei für die Knaben 24 Klassen bestimmt sind, in die sich das MG und das RG teilen werden. Für die Mädchen sind ebenfalls 24 Klassen als MG I + II geplant, und in einer späteren Etappe sollen bei Bedarf für das HG weitere 16 Klassen bereitgestellt werden.

Neben diesen Normalklassenzimmern enthält das Projekt des Regionalgymnasiums Bäumlihof, wie es für eine solche Schule notwendig ist, größere und gut eingerichtete Spezialräume. Für die Durchführung des Turn- und Sportunterrichtes sind im Vollausbau vier Turnhallen, ein Lernschwimmbecken und größere Sportanlagen im Freien vorgesehen. Eine große Aula — ähnlich derjenigen im Wasserstelzenschulhaus — soll in einer weiteren Etappe folgen. Diese Aula, die nicht nur für die Schule bestimmt ist, sondern in diesem Gebiet auch für die Durchführung von Konzerten und Theateraufführungen dienen soll, rundet die Gesamtüberbauung auf dem Areal des Bäumlihofs ab.

Das geplante Regionalgymnasium wird baulich so konzipiert, daß bei einer späteren Einführung der Koedukation ohne wesentliche änderungen der gemischte Unterricht für Knaben und Mädchen im Regionalgymnasium Bäumlihof durchführbar sein wird. Es ist jedoch auf Grund der heute geltenden gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich, mit der Eröffnung der geplanten Regionalgymnasien die Koedukation einzuführen.

Da das Gymnasium Bäumlihof in erster Linie die an Raumnot leidenden Gymnasien in der Stadt entlasten soll, kann dieses Ziel nur erreicht werden, wenn das Entlastungsgymnasium regional geführt wird, d. h. wenn die Wahl des Schulhauses nicht den Eltern überlassen wird. Es ist deshalb unbedingt nötig, daß im Regionalgymnasium Bäumlihof die gleichen Schultypen mit den gleichen Einrichtungen, wie sie sich in den Stammgymnasien finden, geführt werden. Dies alles soll mit dem Gesamtprojekt, das nun abgeschlossen und demnächst dem Großen Rate unterbreitet wird, erreicht werden.

^ nach oben