1962

Der Maler Jean Jacques Lüscher

Karl Dick

Jean Jacques – gewöhnlich genannt Schangi – Lüscher war nicht ein zufällig nach Riehen verpflanzter Stadt-Basler, saßen doch schon Vorfahren von ihm auf dem alten Wenkenhof; so sein Großvater, der Arzt Dr. Martin Burckhardt, der neben seinem Beruf aus Liebhaberei sehr malerisch empfundene Landschaften malte; von ihm mag der Enkel die künstlerische Ader geerbt haben. Diese zeigte sich schon früh. Nicht nur daß er alljährlich bei der Schlußfeier des Gymnasiums seinen Zeichenpreis in Empfang nehmen durfte, sondern er zeichnete auch in den Schulstunden auf alle Löschblätter, deren er habhaft werden konnte, er karikierte Lehrer und aquarellierte Szenen aus Ovids Metamorphosen. Einmal zeigte er mir Porträtköpfe, die er nach seinen Cousinen gezeichnet hatte; sie waren von verblüffender Einfachheit, mit weichem Stift war das Wesentliche hingeschrieben, Mund und Nase mit wenig Schattentönen charakterisiert, und am meisten staunte ich über die Augen: über dunkeln Pupillen das obere Augenlid, kein weiteres Detail, und diese Augen lebten. Möglich, daß dieses vereinfachende Sehen dem Künstler durch eine geringe Schwachsichtigkeit erleichtert wurde. Als ich ihn später einmal in der Académie Julian fragte, weshalb er beim Malen immer den Zwicker weglege, setzte er ihn auf die Nase, betrachtete das Modell und sagte: «Ja, so kann man nichts machen, so ist alles unmalerisch.» Ein Sehen und Darstellen in großen, farbigen Licht- und Schattenmassen, mit Verzicht auf alles unnötige Detail blieben denn auch charakteristische Merkmale der Malerei Lüschers.

Die Laufbahn als Maler durfte Jean Jacques Lüscher gleich nach dem am Gymnasium bestandenen Maturitàtsexamen beginnen; die Eltern setzten seinem Wunsch, Maler zu werden, kein Hindernis entgegen. Zuerst zog er nach München und studierte dort vom Frühling 1903 bis zum Spätsommer 1904 an der schon früher von vielen Baslern besuchten Knirr-Schule, hauptsächlich streng nach dem lebenden Modell zeichnend. In München befreundete er sich mit Paul Burckhardt, und in den Ferien reisten die beiden nach Cresta-Avers, um in diesem hochgelegenen Ort die in der reinen Luft so klar erkennbaren Formen und Farben der Felsen und Berge zu zeichnen und in Tempera zu malen.

Dem Münchner Aufenthalt folgten fünfzehn Monate Studium an der Académie Julian in Paris: unter Jean Paul Laurens strenger Korrektur, inmitten einer lärmenden internationalen Malerschar, wurden Akte gezeichnet und gemalt. Obwohl Lüscher den Nutzen dieses Stadiums richtig einschätzte, war für seine Entwicklung doch viel wertvoller, was er in Museen und Ausstellungen kennenlernte: Manet und die Impressionisten im Musée du Luxembourg, die Cézanne- und ManetAusstellungen im Salon d'Automne und die Sammlungen des LouvreMuseums. Wie gut er die Lehren der Impressionisten in sich aufgenommen hatte, zeigte sich dann gleich an den Bildern, die er in den Sommermonaten in Riehen malte: Einzelporträts seiner Geschwister und Gruppen von Kindern unter Obstbäumen im Garten, frühe Meisterwerke, denen nichts Unsicheres anhaftet. Damals auch entstand das Familienbild, die Eltern und Geschwister des Malers um einen runden Tisch versammelt, das im Kunstmuseum Basel zu sehen ist.

Nach diesem arbeitsreichen «Ferienaufenthalt» in Riehen nach Paris zurückgekehrt, mietete er ein Atelier in der Rue Campagne Première, malte dort lichte Stilleben und Bildnisse und suchte nur noch selten die Académie Julian auf; das dortige Aktmalen kam ihm zu einseitig vor, wohl das Formgefühl stärkend, nicht aber das Farbempfinden fördernd. Auch in den Jahren 1906 und 1907 war Lüscher zusammen mit seinem Freund Numa Donzé in Paris, und dieser Aufenthalt änderte wieder gründlich seine Malweise. Die beiden Freunde hatten die Chance, in einem ehemaligen Kloster in der Nähe der Place Clichy zwei ziemlich große Räume als Ateliers mieten zu können. Während Donzé dort «das Turnier», «die Befreiung» und das «Heimwehbild», die Landschaft von Alt-Breisach, malte, fuhr Lüscher zuerst fort, in den hellen Farben, zu denen ihn die Impressionisten angeregt hatten, Stilleben und Portraits zu malen, als Krönung, gleichfalls sehr leuchtend in der Farbe, die «Modellpause», ein rotblondes Aktmodell darstellend, neben dem zwei Maler kauern.

Dann aber — waren es die frühen Cézanne, die er in der Sammlung Pellerin kennengelernt hatte, oder Rembrandt, den er ja immer sehr verehrte, oder Delacroix, Daumier, Courbet, die ihn veranlaßten, das in Helligkeit Aufgelöste der Impressionisten zu verlassen und in kompakten, meist dunklen Farbmassen zu malen? Eine derartige überraschung war z. B. das kleine Reiterlein, das mit gezücktem Säbel unter gewitterschwerem Himmel über die Ebene flieht. Donzé war dazu Modell gestanden, in einen alten, betreßten, roten Soldatenrock gehüllt.

Und in derselben Verkleidung erscheint dann Donzé wieder auf dem Hauptbild jener Zeit, den «Trinkern» (jetzt im Kunstmuseum). Zwischen den Freunden Lüscher und Donzé steht ein Dritter, als Bacchus verkleidet, die Trinkschale am Mund; ein Mädchen im Hintergrund bringt frischen Trunk. In gedämpfter Helligkeit und Farbigkeit treten die Figuren aus dem grünlichen Dämmer des Raumes hervor. Für den Bacchus hatte zuerst ein befreundeter Waadtländer Maler Modell gestanden, zuletzt mußte ihn Lüscher nach sich selber im Spiegel fertig malen, und zwar unter großer Mühsal, da sich eine Blinddarmentzündung bemerkbar machte; daher wohl die für einen Bacchus nicht sehr üppigen Glieder. Zuletzt war es höchste Zeit, daß der Maler nach Hause fuhr, um sich in Basel operieren und pflegen zu lassen.

Die erwähnten Bilder, die Familiengruppe, «die Modellpause» und «die Trinker», hatten schon gezeigt, wie sehr es Lüscher zu mehrfigurigen Kompositionen drängte. Es folgten nun solche von weit größeren Dimensionen; bevor wir sie betrachten, sei vom Landschafter Lüscher die Rede.

Von Jugend auf war Lüscher ein großer Jurafreund. Mit Kameraden etwa in der Nacht durchs Kaltbrunnental zu wandern, zum Sonnenaufgang die Hohe Winde und später den Paßwang zu ersteigen, das war seine Freude und Erholung, und was er erlebt hatte, wollte er auch im Bild darstellen. Im Sommer 1909, als seine Freunde auf der Reichenau sonnige und fröhliche Wochen genossen, saß Lüscher einsam im Doubstal im französischen Goumois. Er hatte es nicht leicht, es regnete viel, und schwarz standen die Berge um das enge Tal. Wenn es überhaupt unmöglich war, im Freien eine Staffelei aufzupflanzen, ging er in den Stall und malte dort das rotbraun und gelblichweiß gefleckte Stierkalb. Und trotz aller Wetterunbilden brachte er eine reiche Ernte schönster Landschaften heim. Ich erwähne hier nur das Bild mit dem grünblauen, zwischen schwarzen Hängen aufblitzenden Doubs, das sich im Kunstmuseum befindet. Die Ausbeute wäre noch größer gewesen, wenn er nicht, bevor er wegen des Dauerregens seinen Aufenthalt für kurze Zeit unterbrach, eine Anzahl von den Spannrahmen gelöster Bilder unter einem Felsblock versteckt hätte, die er dann nach seiner Rückkehr, von der Feuchtigkeit völlig zerstört, wieder fand.

Im Winter ging er wieder nach Paris; dort malte er an einer Juralandschaft weiter, die er später wegen der auf dem Gras liegenden Knabenfigur den «Taugenichts» nannte. Er war nicht sehr heiterer Stimmung in Paris; von innerer Unruhe getrieben, brach er plötzlich auf nach Rom, von dort nach Terracina und andern kleinen Städten. Die Weite der römischen Campagna, wo zwischen antiken Ruinen Pferde, weiße, langhörnige Rinder und Schafe weideten, beeindruckte ihn stark. Er malte in corothafter Stimmung das Grabmal der Caecilia Metella, den Hain der Egeria, Künstlerfreunde vor einer einfachen Campagnakneipe sitzend, während ein Hirte auf die ferne Peterskuppel weist, und dann das Meer und den Strand von Terracina.

Gestärkt und gerüstet zu großen Taten kehrte er nach Basel zurück. In leerstehenden Baracken des Gotthelfschulhauses, die das Erziehungsdepartement unter Regierungsrat Dr. Burckhardt-Finsler bereitwillig zur Verfügung stellte, hatten Künstler sich Werkstätten eingerichtet. Otto Roos war dort, Numa Donzé, Eduard Niethammer, Karl Pflüger, Karl Dick, und zu ihnen gesellte sich auch Lüscher. Seit seinen Pariser Jahren war ihm Gustave Courbet Vorbild; er bewunderte an ihm «la bonne peinture», das Verschmolzene der dicht aufgetragenen Farbe und die Kraft, mit der er riesige Formate bewältigte.

Nun stand auch ihm der große Raum zur Verfügung, in dem er ein Bild mit viel Figuren malen konnte. Er wählte als Thema die Waisenknaben in ihren Kostümen aus der Zeit des Bürgermeisters Wettstein. Die ersten Entwürfe, die Knaben im Züglein trommelnd darstellend, verwarf er, weil da die Bewegungen zu einförmig waren, und er teilte nun die Trommelnden in kleine Gruppen, die in freier Landschaft, etwa auf der Batterie, sich in ihrer Kunst üben. Der Waisenvater (der hinten im Bild neben dem Maler zu sehen ist) stellte einige gute Trommler zur Verfügung, nach denen Lüscher schöne Einzelstudien malte; wie groß nachher die Schwierigkeiten im Gestalten des ganzen Bildes waren, erzählt er in seinem «Brief an einen jungen Maler».

Lüscher hatte gezeigt, was er konnte, und der Erfolg — das Trommlerbild wurde von der öffentlichen Kunstsammlung erworben — erlaubte ihm, um Adèle Simonius zu werben, mit der ihn die Freude am Wandern in freier Natur und die Liebe zu Malerei und Musik schon längst verband, und die er dann im Januar 1912 heimführen durfte.

In der Stadt, wo das junge Paar zuerst wohnte, fühlte es sich beengt und war glücklich, als es in Masblanc in der Nähe von Tarascon und St-Rémy ein hübsches kleines Landhaus erwerben konnte; es war abseits vom Dorf an einen föhrenbestandenen Hügel angelehnt, von dem der Blick über die Ebene hinüber zur Montagnette und nach Chateaurenard schweifte, während südwärts, ganz nahe, die Alpilles ihre phantastischen Formen zeigten, die van Gogh oft gemalt hat. In vielen Zeichnungen und Gemälden hielt Lüscher die Schönheit dieser reichen Landschaft fest. Im Auftrag von Herrn Dr. Lindenmeyer malte er dort ein großes Wandbild: auf dem erwähnten Hügel unter den mächtigen Bäumen musizieren Freunde, der Maler selber und Fritz Hirt spielen die Violine, Emesto Schiess streicht den Kontrabaß, und weiter zurück tanzen junge Frauen einen Reigen. Nur wenige Jahre währte dieser Aufenthalt in der schönen Provence. Der Krieg drohte, das Töchterlein ertrug die Hitze schlecht, und die junge Gattin erwartete ein zweites Kind, alles Gründe, um in den letzten Julitagen 1914 nach Basel zurückzukehren, mit der leisen Hoffnung, die Trennung von Masblanc daure nicht allzulang.

Aber der Krieg wollte kein Ende nehmen. Das Häuschen in Masblanc gab man auf, dafür konnte Jean Jacques den Eltern das Wettsteinhaus in Riehen abkaufen. Nun war es für die jetzt fünfköpfige Familie ein schönes Wohnen in dem alten Haus mit den weiten Räumen und dem großen Garten, wo sich Schangi stets mehr daheim gefühlt hatte als in der Stadtwohnung am Aeschengraben.

Lüscher war ein guter Soldat und erzählte gern von seinen Kameraden und von Erlebnissen im Militärdienst. Daß er nun während des Krieges immer wieder seine Arbeit an Bildern unterbrechen und einrücken mußte, empfand er doch sehr als hemmend, und er litt darunter. Vermutlich entstanden in dieser Zeit viele der kleinern Intérieurs und Stilleben.

Bald nach dem Krieg brach bei J. J. Lüscher, vielleicht durch die Überanstrengungen auf langen Märschen verursacht, eine schwere Krankheit aus. Er suchte Heilung in einem französischen Spital und dann in der Sonne und der Meerluft Südfrankreichs und wohnte jahrelang im Château noir auf der Halbinsel von Giens. Lange Zeit blieb er sehr geschwächt; doch plötzlich kehrte die alte Kraft wieder und manifestierte sich in seinen Bildern. Damals schon entstanden die Entwürfe für die Wandbilder im Gemeindesaal Riehen, die er dann nach einigen Kämpfen ausführen konnte, als er nach Jahren der Abwesenheit mit seiner Familie wieder in das Haus in Riehen zurückgekehrt war.

Dort war ihm lange Zeit Adolf Busch, mit dem er befreundet war, ein lieber Hausgenosse; es wurde ja viel musiziert in der Familie Lüscher, und Schangi selber übte das Geigenspiel mit dem gleichen Ernst aus wie die Malerei. Musizierende, das Buschquartett, Hauskonzerte mit Edmund Schaeffer, auch Geigenstilleben, waren darum ein häufiges Thema seiner Bilder. Manchmal kam auch der ehemalige Akademiekamerad Lucien Mainssieux, der eine ähnliche musikalisch-malerische Doppelbegabung besaß, von Voiron her auf Besuch, und das Konzertieren in der Halle vor vielen Gästen wurde dann noch eifriger betrieben. Von diesem L. Mainssieux malte Lüscher mehrere Einzelportraits und dann mit sich selber ein schönes Doppelbildnis.

Gruppen von zwei, seltener auch drei Personen waren dem Maler damals ein Hauptproblem. Er ließ alte Riehener Schulkameraden in sein Atelier kommen, setzte sie an einen Tisch mit einem Glas Wein und malte sie, als ob sie in der Schenke säßen. So hatte er auch Numa Donzé gemalt, als Soldat hinter dem halben Liter sitzend, den Kopf aufgestützt und eine Brissago im Mundwinkel. Und Furore machte das vom Kunstkredit angekaufte Bildnis vom Eger-Migger.

Im Jahr 1930 war auch ein großes Gruppenbild entstanden, «die Kunstkreditkommission». Anregung dazu gab dem Maler eine Sitzung, in der Nationalrat Dr. Albert Oeri Vorschläge für einige änderungen in den Kunstkreditstatuten vorlegte. Nach eigenem Geständnis hat Lüscher den Vorgang ziemlich dramatischer gestaltet, als er in Wirklichkeit sich ereignet hatte. Die verschiedenen bekannten Persönlichkeiten auf diesem Bild sind meist in wenig Sitzungen gemalt und doch trefflich charakterisiert. Lüscher wollte mit diesem Bild die Form des holländischen Doelenstückes neu beleben und hoffte, er werde auch andere Maler zu ähnlichem Unternehmen anregen. Aber die Kunst ging andere Wege, und das Kunstkreditbild fand auch erst mit der Zeit die gebührende Anerkennung.

Die Arbeit in Riehen wurde einige Male durch Aufenthalte in Concarneau an der bretonischen Westküste unterbrochen. Das Leben in diesem Fischerhafen, die Frauen in ihrer schwarzweißen Tracht, die Männer in braunroten und blauen Gewändern, die typisch bretonischen Architekturen, das sturmgepeitschte Meer, aus dem die Fischerboote in höchster Not dem schützenden Hafen zustrebten, das alles gab Anlaß zu bewegten, zum Teil dramatischen Bildern.

Doch das feuchte Klima hatte auch seine Nachteile, und so zog man wieder einmal in die geliebte Provence. In Villeneuve-lès-Avignon konnten Lüschers ein Grundstück mit einem einfachen einstöckigen Haus, an das sie einen Flügel anbauten, erwerben, und immer wieder, wenn nicht Aufträge den Maler in Riehen zurückhielten, zogen sie dorthin. Vom hoch auf einem Felsen in der Nähe der Tour Philippe le Bel über der Rhône gelegenen Garten sah man über den Strom hinüber nach der Stadt Avignon, aus deren Häusergewirr dominierend der Papstpalast aufragt; immer wieder hielt Lüscher diesen Anblick in großen Bildern und kleinen Skizzen zu allen Tageszeiten und in den verschiedensten Stimmungen fest. In Villeneuve reizte zum Malen die mittelalterliche Festung Fort Saint-André und dann die Wildnis auf der «Colline». Das ist ein Stück Land — Park kann man's nicht nennen —, das zum Hospice, dem Altleutespital, gehört, in dem die wunderbare «Krönung Mariae» von Enguerrand Charonton gezeigt wird, und das früher auch ein anderes Wunderwerk der Malerei sein Eigen nannte, die «Pietà d'Avignon». Da auf der «Colline» gab es Felstrümmer, grau und vermoost und dazwischen und darüber wuchsen Föhren, Steineichen und Oliven, und zwischen den Stämmen hindurch boten sich reizvolle Ausblicke auf das Städtchen Villeneuve und ferne Hügelketten.

Im November 1954 hatte der Basler Kunstverein den siebzigjährigen J. J. Lüscher durch eine umfassende Schau, die fast alle Säle der Künsthalle füllte, geehrt, wie er schon früher den 50. und 60. Geburtstag gefeiert hatte. Im Frühjahr 1955 bereitete sich das Ehepaar Lüscher-Simonius wieder vor, nach Villeneuve-lès-Avignon zu fahren; zuerst sollte aber noch ein Portrait fertig werden. Ende April starb unerwartet Paul Basilius Barth. Wir trafen uns mit vielen andern Künstlern aus Basel und der übrigen Schweiz an der Bestattungsfeier — es war ein Mittwoch.

Am darauffolgenden Freitagabend lud mich Schangi, wie schon oft, zu einer Flasche Aigle in sein Haus ein. Wir saßen mit Frau Lüscher im kleinen Stübli mit dem grünen Kachelofen, wo man sich fern jeder andern Behausung glaubt, und redeten von Paul Barth und seinem unerwarteten Ende. Wir ahnten nicht, daß wir zum letztenmal so beieinander saßen. Am Sonntagmorgen erhielt ich die Nachricht, daß Jean Jacques Lüscher in der vorhergehenden Nacht an einem Herzschlag gestorben sei. In einer einzigen Woche hat Basel zwei seiner besten Maler verloren.

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